Der Arbeitsmarkt in den neuen Bundesländern ist nicht nur durch erhebliche quantitative Ungleichgewichte, sondern durch eine Reihe von zum Teil gravierenden Strukturproblemen gekennzeichnet. Auf eines der riskantesten Problem hat die Diskussion über die drohende demographische Falle auf dem Arbeitsmarkt in vielen der neuen Länder aufmerksam gemacht. Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten steigt in vielen ostdeutschen Unternehmen an; ein Zeichen dafür, dass nicht genügend junge Fachkräfte Zugang zu den Unternehmen finden, und nicht zuletzt deshalb aus ihren Heimatregionen mehr und mehr in die alten Länder abwandern. Ein Teufelskreis für ostdeutsche Unternehmen, denn sie brauchen in absehbarer Zeit für ihre "alternden" und langsam aus dem aktiven Erwerbsleben ausscheidenden Beschäftigten neue Arbeitskräfte. Ein Teufelskreis aber auch für die ostdeutschen Regionen, deren Entwicklungschancen durch die Abwanderung gerade junger Menschen zunehmend bedroht ist. Das Team des zsh beschäftigt sich im Projekt „ostmobil“ mit den durch die eben beschrieben Konstellation ausgelösten sozialen und regionalen Mobilitätsprozessen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt. Dazu untersuchen in insgesamt drei Arbeitsschwerpunkten verschiedene Fragestellungen. Arbeitsschwerpunkt 1: Bildungs- und Erwerbsbiografien ostdeutscher Jugendlicher Wie gelingt ostdeutschen Jugendlichern der Einstieg in Ausbildung und Beschäftigung? Wer konnte den die Übergänge von der Schule in die Ausbildung und von der Ausbildung in Beschäftigung erfolgreich meistern, wer nicht, und warum? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen befragen wir ostdeutsche Jugendliche mehrfach und detailliert über ihre bisherige Erwerbsbiographie und -erfahrungen. Arbeitschwerpunkt 2: Inter- und intraregionale Mobilität Welche Formen zwischenbetrieblicher Mobilität sind Ostdeutschland zu verzeichnen? Welche Rolle spielt der Wechsel des Arbeitgebers für den Einzelnen sowie für die Berufsstruktur auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt? Aufschluss zu diesen und ähnlichen Fragen sollen detaillierte Analysen des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) sowie der Beschäftigtenstatistik liefern. Arbeitsschwerpunkt 3: Übergänge in den Ruhestand Gilt immer noch "Arbeiten bis zur letzten Minute" oder orientieren sich Ostdeutsche ähnlich ihren Altersgefährt/innen in den alten Ländern auf einen immer früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben? Aus welchen Berufen kommen die Neurentner/innen? Eröffnen sich durch ihren Ausstieg Chancen für Junge? Antworten auf diese und andere Fragen erhoffen wir uns aus der Analyse der Beschäftigtenstatistik sowie der Rentenzugangsstatistik des VDR.
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